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10.03.2009

Finanz 2.0

Börsenportale erobern das Internet

Börsenportale im World Wide Web haben sich in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise als Eldorado für austauschfreudige Anleger etabliert. Diesen Trend haben nun auch Online-Broker erkannt....

Foto:pixelio.de - melle-regi

und setzen voll und ganz auf das Web 2.0. Dabei orientieren sich Anleger- und Börsenportale sowie Online-Broker an Social-Networking-Seiten wie Facebook oder YouTube. Ziel ist es, Anlegern eine Plattform zu geben, auf der sie sich austauschen und von einander lernen können. Schließlich sank das Vertrauen und stieg die Skepsis gegenüber Finanzfachleuten im Zuge der Krise immer mehr. So waren viele der selbsternannten Insider zu optimistisch oder haben das Krisenausmaß nicht kommen gesehen. In Deutschland buhlen daher bereits über ein halbes Dutzend Finanz-2.0-Portale um die Gunst der Anleger.

Web-Communities immer mehr im Trend

Der Trend geht eindeutig in Richtung des Community-Gedankens. Schließlich haben wir es nicht nur mit einer Finanzkrise, sondern auch mit einer ernsten Vertrauenskrise in Analysten, Finanzberater und nicht zuletzt auch Banken zu tun", erklärt Nicolas Plögert, Geschäftsführer des Finanz-2.0-Portals Sharewise. Laut dem aus der Softwarebranche kommenden Manager garantiere die Nutzergemeinschaft, dass Anleger nur denjenigen Urhebern von Prognosen glauben schenken, die im Langzeitvergleich am häufigsten mit ihren Bewertungen richtig lagen. Bei Sharewise ist der Name Programm, da die Mitglieder, die laut Plögert zu 90 Prozent wohlhabendere Männer sind, Bewertungen, Analysen und Tipps zu einzelnen Aktien abgeben. Nach sechs Monaten wird dann überprüft, ob der damalige Aktientipp eine Rendite von mindestens fünf Prozent gebracht hat.

Privatanleger übertrafen Profianalysen deutlich

Dieses Community-Prinzip geht auf. Bei der Vorhersage von Kursentwicklungen übertrafen die Privatanleger die Profianalysen deutlich. So lag jeder zweite Tipp mit seiner Buy-, Hold- oder Sell-Empfehlung richtig. Bei den Profi-Analysen dagegen erwies sich nur jede sechste Empfehlung als korrekt. Für Sharewise-Geschäftsführer Plögert ist Stockflock nicht nur "eine schlechte Kopie", sondern marktanteilsbezogen noch nicht so weit. Während Stockflock bis Jahresende 50.000 Mitglieder anstrebt, rechnet Plögert für sein Portal bis Ende 2009 mit doppelt so vielen Mitgliedern. Dabei helfen soll die Kooperation zwischen Sharewise und dem Online-Broker Cortal Consors. Der Onvista-Ableger Tradingbird hat es in der Hinsicht bereits vorgemacht und eine eigene Börsen-Community etabliert. Derzeit verfügt man eigenen Angaben nach bereits über 120.000 Unique- und über 10.000 registrierte Mitglieder.

Quelle: pte

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