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26.05.2009

Sunline droht das Aus

Solarbranche vor ihrer ersten Pleite

Eine Pleite- und Konsolidierungswelle hat sich angesichts der Branchenkrise im Solarsektor bereits abgezeichnet. Mit Sunline dürfte nun das erste größere Unternehmen den mauen Geschäften zum Opfer fallen.

Foto:pixelio.de, Kladu

Wie der Vorstand der 1986 gegründeten Solarfirma wissen lässt, werden die zum Ende des Monats fälligen Kreditlinien vonseiten der finanzierenden Kreditinstitute nicht verlängert bzw. fällig gestellt. Gleichzeitig habe sich ein Investor verabschiedet, wodurch ein Zahlungsmittelabfluss in Mio.-Höhe droht. Daher "hält der Vorstand der Gesellschaft die Fortführung der Unternehmenstätigkeit für gefährdet", heißt es in einer Mitteilung. Die Aktie bricht bereits im frühen Handel ins Bodenlose weg und notiert zu Redaktionsschluss dieser Meldung (10:48 Uhr) mit 43,30 Prozent im Minus bei nur mehr 1,10 Euro.

Gute Aussichten für das zweite Halbjahr

Im zweiten Halbjahr sind die Aussichten am Solarhimmel deutlich besser als im ersten. Die Unternehmen blicken daher wieder mit größerer Zuversicht in die Zukunft", sagt Sebastian Fasbender, Sprecher des Bundesverbands Solarwirtschaft. Aufgrund rapide fallender Modulpreise von teilweise über zehn Prozent und einer knapperen Kreditvergabe durch die Banken waren die Marktteilnehmer und ihre Margen gegen Ende des Vorjahres unter Druck geraten. Branchenkenner erwarten daher eine deutliche Marktbereinigung. So hat etwa Solarworld-Vorstand Franz Asbeck erst vor wenigen Wochen vor einer Pleitewelle in dem Sektor gewarnt. "Der Photovoltaik-Markt bietet bestimmt auch Raum für kleinere Unternehmen", meint Fasbender. In Spezial- und Nischensegmenten sei noch Platz.

Spanische Projekte als Stolperstein

Für Sunline erwiesen sich besonders die Projekte im Solar-Boommarkt Spanien als Stolperstein. Dem Unternehmen zufolge waren die Geschäfte mit Risiken belastet. Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft sei in erster Linie ihren Auslandsprojekten zuzuschreiben. Zwar würden mit dem abtrünnigen Investor noch Verhandlungen über den drohenden Mittelabfluss geführt, da der Vorstand das Vorliegen der Rücktrittsgründe für nicht gegeben ansieht. Während sich Sunline jedoch noch im Oktober des Vorjahres über "mehrere Photovoltaik-Großprojekte" und einen Gesamtauftragsbestand von über 80 Mio. Euro freute, hat das Ergebnis der laufenden Geschäftstätigkeit im Jahr 2008 nach eigenen Angaben unter den hohen Kosten zur Projekterstellung gelitten. Darüber hinaus würden hohe Materialaufwendungen belasten, da während des Jahres Einkaufskontrakte verloren gegangen seien. Der Vorstand prüfe "unter diesen Bedingungen" die verbleibenden Handlungsoptionen.

Quelle: pte

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