13.01.2009
Auf dem Vormarsch
Billig-Hotels können von Wirtschaftskrise profitieren

Foto:pixelio.de - Davis Schrapel
Dagegen können Billig-Hotels von der Marktsituation profitieren und das günstigere Angebot ausreizen. Obwohl sich der Konkurrenzkampf innerhalb der Branche weiter zuspitzen soll, ergeben sich für Nischenanbieter und Low-Budget-Hotels Chancen aus der Krise. Neben den einknickenden Umsätzen im Gastgewerbe setzen dem Sektor allerdings auch schrumpfende Investitionen zu.
Zunehmende Sparsamkeit in allen Preissegmenten
Bei Geschäftsreisen im oberen Preissegment wird zunehmend gespart", erklärt Andreas Jörg Scheuerle, Leiter Sachgebiet Europäische Konjunktur und Branchenanalysen bei der DekaBank. Premium-Häuser nehmen den Rückgang zahlungskräftiger Touristen und Geschäftsreisender sowie gestrichene Firmenkongresse und Veranstaltungen deutlich wahr. Auch bei Privatreisen sei in diesem Jahr mit einer höheren Sparsamkeit zu rechnen. "Ein Deutscher verzichtet aber nur äußerst ungern auf seinen Urlaub", meint der Experte. Billig-Hotels könnten daher trotz Sparkursen und leerer Urlaubskassen vom Trend zu Low-Budget-Reisen profitieren. "Der Konsument weicht auf billigere Lösungen aus", unterstreicht Scheuerle.
Hotelgewerbe im Umbruch
Während im Zuge des Immobilienbooms der vergangenen Jahre europaweit eine Vielzahl an neuen Hotelkomplexen gebaut wurde, müsse ein großer Teil der Anbieter 2009 Leerstellen verbuchen. Zwar prognostiziert der Hotelverband Deutschland für das Gesamtjahr 2008 ein Plus von rund 2,5 Prozent an Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr. Von der verschärften Konkurrenzsituation lassen sich Hotelinvestoren jedoch in zunehmendem Maße beeindrucken. "2008 lag das Hotelinvestmentvolumen bei einer Mrd. Euro, mehr als 50 Prozent weniger als in den Rekordjahren 2007 und 2006", wird Ursula Kriegl, Leiterin von Jones Lang Lasalle Hotels Deutschland, vom Handelsblatt zitiert. Neubauten werden in Folge der abwartenden Haltung der Investoren immer häufiger gestrichen oder verschoben. Dennoch bleibt die Hotelbranche dem Beratungsunternehmen Deloitte zufolge ein Wachstumsbereich: Bereits 2010 seien weltweit rund eine Mrd. Touristen auf Reisen.
Quelle: pte
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