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01.09.2010
Flüssige Arzneien: Falsche Dosis gefährdet Kinder
Eltern verabreichen ihren Kindern zumeist zu viel oder zu wenig

Foto:pixelio.de - Maren Beßler
Moles lud 97 Erwachsene zur Teilnahme an der Studie ein, die in Sydney eine Tagesstätte für Kinder unter fünf Jahren in Anspruch genommen hatten. Die Gruppe setzte sich aus 53 Müttern, sieben Vätern und Betreuungspersonal zusammen. Die Testpersonen wurden bei einer Reihe verschiedener Szenarien gefragt, was sie als nächstes tun würden. Dazu gehörte zum Beispiel eine Fragestellung: Was tun, wenn das kleinste Kind sich heiß anfühlt und quengelig ist, aber immer noch Flüssigkeit zu sich nimmt, isst und spielt.
Rezeptfreie Medikamente wurden gemeinsam mit einer Auswahl an Löffeln und anderen Messhilfen zur Verfügung gestellt. Die Freiwilligen hatten zu entscheiden, wann sie ein Medikament verabreichten und bestimmten auch die Dosis. Insgesamt gesehen, so Moles, hätten 61 Prozent die falsche Dosis verabreicht. Nur 75 Prozent waren in der Lage, die korrekte Dosierung festzulegen. Sieben Prozent hätten ein Medikament verabreicht, ohne Fieber zu messen. 48 Prozent hätten es auch bei weniger als 38 Grad gegeben. Nur 14 Prozent aller Teilnehmer waren in der Lage, in dieser Situation richtig zu handeln, berichtet die BBC.
Moles berichtete bei einer Konferenz in Lissabon, dass fast die Hälfte der 119.000 Notrufe, die beim New South Wales Poisons Information Centre eingehen, unbeabsichtige Überdosierungen bei Kindern betreffen. 15 Prozent der Kinder müssen in der Folge ins Krankenhaus. Der Großteil der betroffenen Kinder ist unter fünf Jahren. Die Wissenschaftlerin betonte, dass sie erstaunt und besorgt darüber sei, dass Menschen glaubten, Medikamente seien sicher, nur weil sie ohne Rezept erhältlich sind.
In einem nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler untersuchen, welche Empfehlungen Kunden in den Apotheken erhalten. Eine Studie der Liverpool John Moores University ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es sinnvoll sein könnte, Mini-Tabletten auf den Markt zu bringen, die auch von kleineren Kindern geschluckt werden können.
Quelle: pte
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