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23.04.2009

Volkswagen plant Expansion

Übernimmt VW Porsche?

Europas größter Automobilhersteller Volkswagen lotet inmitten der Krise seinerseits eine Übernahme des Mehrheitseigners Porsche. Obwohl der Sportwagenbauer Gerüchte über Finanzierungsprobleme bei der....

Foto:pixelio.de Andreas Depping

geplanten Aufstockung von Volkswagen-Anteilen zurückweist, nutzten die Wolfsburger den Umstand ihrerseits zur Gegenprobe. Einem Bericht der Financial Times Deutschland nach soll VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch Pläne durchrechnen. Käme es dazu, dass die VW-Spitze die Überlegungen tatsächlich umsetzt, würde dies die bisherige Machtkonstellation komplett auf den Kopf stellen.

VW mittlerweile Hauptaktionär bei Porsche

Dass Volkswagen angeblich ernsthaft über einen Kauf von Porsche nachdenkt, entspringt reiner Spekulation. Auch wenn in der letzten Zeit immer wieder davon gesprochen wurde, dass Porsche Finanzierungsprobleme haben soll, ist ein Kauf durch Volkswagen abwegig", sagt UniCredit-Analyst Georg Stürzer. Aktuell hält Porsche an Volkswagen nach monatelangen Aktienzukäufen inzwischen die Mehrheit mit 50,8 Prozent. Laut dem Fachmann wird es trotz der aktuellen Gerüchte nichts daran ändern, dass Porsche wie bereits angekündigt, mittel- bis langfristig seine VW-Anteile auf mindestens drei Viertel aufstockt. Dass aber auch Porsche unter der aktuellen Wirtschaftskrise leidet, zeigt sich unter anderem in der aktuellen Nettoschuldenlast von neun Mrd. Euro. Zudem zehren die Zinsen, die Porsche zahlen muss, den operativen Gewinn des Großkonzerns zu einem Großteil auf.

Kostenintensive Aufstockung

Die vorgesehene Aufstockung an VW würde Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zusätzlich weitere Mrd. kosten, ohne dass er für die Zinszahlungen und Tilgung einen Zugang zu VWs Barreserven bekäme. Weitere Probleme dürften sich auch aus dem sogenannten VW-Gesetz ergeben. Wenn Porsche trotz aktueller Überlegungen von Volkswagen auch weiter am Kauf festhält, wäre dafür ein Beherrschungsvertrag notwendig, der in der Regel ab 75 Prozent der Anteile möglich ist. Niedersachsen hat jedoch ein Mitspracherecht und kann somit sein Veto einlegen. Dem Bericht zufolge soll das norddeutsche Bundesland die Wolfsburger Planspiele unterstützen. So soll der Ministerpräsident Christian Wulff "eine konstruktive Rolle spielen". Demnach gilt es als sicher, dass sich der CDU-Politiker seine Unterstützung im Gegenzug mit Zugeständnissen für den Verbleib von Autowerken in Niedersachsen ausgleichen lassen will.

Eigentümerfamilien suchen Investoren

Einem Bericht des Manager Magazins unter Berufung auf Porsche-Aufsichtsräte sollen beide Eigentümerfamilien Piëch sowie Porsche den kompletten VW-Kauf nicht länger aus eigener Kraft stemmen können. Darum plane man eine Kapitalerhöhung und suche gegenwärtig nach einem finanzstarken Großinvestor. Gespräche mit Investoren aus dem arabischen Raum, wie es sie zuletzt erfolgreich auch bei Daimler gegeben hat, sollen stattgefunden haben. Ob sich der Plan der Wolfsburger umsetzen lässt, hängt maßgeblich von beiden Familien ab - ihnen gehören praktisch sämtliche Porsche-Stammaktien. "Wenn Porsche Geld braucht, sollen sie erst einmal ihre VW-Aktien verkaufen und später wieder billig einkaufen. Sie wären schlecht beraten, ihren Machteinfluss an Volkswagen abzugeben, schließlich hat Porsche alle Zeit der Welt, Finanzprobleme zu beseitigen. Eine Porsche-Übernahme von VW ist daher sehr weit hergeholt", unterstreicht Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Quelle: pte

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