02'2012

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01.09.2010

Krise macht Garten zur Urlaubsdestination

Tullner Gartenbaumesse zeigt Trend zum "grünen Wohnzimmer"

Als Folge der Wirtschaftskrise ist der Garten im Leben der Menschen wieder wichtiger geworden. Das wurde auf der internationalen Gartenbaumesse deutlich, die am gestrigen Montag in Tulln bei Wien zu Ende gegangen ist. Was den Menschen früher der Urlaub bedeutete, soll jetzt der eigene Garten bieten. "Er spielt für den Rückzug ins Private eine immer wichtigere Rolle, indem er eine Freizeitbeschäftigung mit Erholungswert bietet", berichtet Messeleiter Willy Stift.

Foto:pixelio.de - Dieter Schütz

Urlaubsgeld fließt in Sommerblumen

Dass das "grüne Wohnzimmer" kaum mehr Repräsentation, sondern Abstand von der Arbeit bieten soll, betont Helga Starkl vom Gärtnerunternehmen Starkl GmbH "Vor der Krise haben viele drei Wochen Urlaub just in der schönsten Gartenzeit gemacht. Viele fahren nun kürzer weg und verwenden einen Teil des ersparten Geldes für zusätzliche Terrassenpflanzen, Sommerblumen oder Beerensträucher." Die Umsätze der Baumärkte bestätigen diesen Trend.

Kleiner, gepflegter und natürlicher

"Die Gärten werden immer kleinflächiger", so Starkl. Während die großen Gärten pflegeleicht sein sollen, was durch immergrüne Bepflanzung oder große Bäume erreicht wird, geht der kleine Garten andere Wege. "Man will nicht viel Schatten und wählt daher kleine Bäume, Zierpflanzen oder Bonsais. Blütenstauden sind hoch gefragt, Pflanzen die vom Frühjahr bis Herbst blühen sowie auch Gräser wie etwa Chinaschilf." Beliebt ist auch wieder das eigene Gemüse und Obst.

Schließlich sind die Gärten gepflegter. "Man widmet der Gartenarbeit wieder mehr Zeit", so Starkl. Statt dem englischen Garten liegt heute der Schwerpunkt auf dem natürlichen Bearbeiten mit wenig Spritzmitteln und Dünger, sowie auf der Zusammenstellung von passenden Pflanzengemeinschaften. Langsam, aber doch sind auch Folgen des Klimawandels zu spüren. "In unseren Breiten hat es in den vergangenen Jahren oft mehr geregnet als zuvor. Der Umsatz mit Pflanzen, die das vertragen, ist leicht gestiegen", berichtet die Gartenspezialistin.

Eine Million Blumen

Das steigende Interesse am Garten spiegelte sich auch in der Besucherzahl der fünftägigen Messe, die mit 103.000 um fünf Prozent über dem Vorjahreswert lag. 500 Aussteller informierten über die Themen Garten, Blumen, Obst und Gemüse. Höhepunkt der Veranstaltung war die Leistungsschau der österreichischen Gärtner und Floristen, laut Veranstalter die "größte Blumenschau Europas". Zu sehen waren dabei bekannte Werke europäischer Maler wie Monet, Schiele und Warhol, nachgestellt mit Blumen. "Insgesamt wurden über eine Mio. Blumen dafür verwendet", so Messe-Direktor Stift.

Quelle: pte